Publikationen | Newsletter | November 2011 | Bio-Kunststoff

Wirbel um Joghurtbecher aus Bio-Kunststoff

Joghurtbecher aus Erdöl belasten die Umwelt weniger als Becher aus dem nachwachsendem Rohstoff Mais. Zu diesem Resultat kommt das Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa.

 

Der Joghurt-Hersteller Danone verpackt neu Joghurts in Bechern aus nachwachsendem Rohstoff. Der neue Becher wird aus Polylactide (PLA) hergestellt, einem so genannten Bio-Kunststoff aus Mais. Die Werbebotschaft dazu: Wer Danone-Joghurt kauft, hilft der Umwelt. Diese Aussage basiert auf einer Studie des Instituts für Energie und Umwelt (Ifeu) in Heidelberg. Das Ifeu liess im Auftrag von Danone eine Ökobilanz erstellen. Der neue Joghurtbecher aus nachwachsendem Rohstoff wurde dabei mit dem bisherigen Becher verglichen. Die Ifeu-Studie zeigt, dass der neue Danone-Becher den fossilen Ressourcenverbrauch um 43 Prozent reduziert und 25 Prozent weniger Treibhausemissionen erzeugt. In anderen ökologisch relevanten Kategorien schneidet der Danone-Becher aber schlechter ab als Becher auf Erdölbasis. Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) machte mit Durchschnittsdaten aus der Datenbank ecoinvent ebenfalls einen Vergleich der beiden Joghurt-Verpackungen. Gemäss Empa schneidet ein konventioneller Joghurtbecher insgesamt besser ab als ein Becher aus PLA. Roland Hischier von der Empa erkärt, dass ihre Ökobilanz im Gegensatz zur Ifeu-Studie auch die umweltbelastende Produktion von Mais mit einbeziehe. Diese verbraucht Dünger, Pestizide und Diesel. Auch sei der Verarbeitungsprozess vom Mais zu PLA energieintensiv, verdeutlicht Hischier. Das führt dazu, dass nach der Berechnungsmethode der Empa ein Becher aus Erdöl letztlich die Umwelt um ein Drittel weniger belastet als ein Becher aus dem Bio-Kunststoff PLA.

 

www.kassensturz.sf.tv

www.tagesanzeiger.ch

www.danone.ch

 

Pressemitteilung Deutsche Umwelthilfe, 15.11.2011: Danone zieht Werbekampagne für Activia-Joghurtbecher aus PLA zurück und verpflichtet sich, diese nicht länger als umweltfreundlicher zu bewerben. 

 

www.duh.de