Den Fleischkonsum halbieren löst viele Probleme
Unser Fleischkonsum verlangt derzeit nach Importen von Fleisch und Futtermitteln, was sich ökologisch und sozial negativ auf die südlichen Anbaugebiete auswirkt. Wären wir bereit den Fleischkonsum auf ein Pfund pro Woche zu halbieren, liesse sich die Situation verbessern.
In der Schweiz werden jährlich 400'000 Tonnen Fleisch verzehrt, was einem Verbrauch von 53 Kilogramm pro Person entspricht. Dafür werden neben Fleisch auch über 650'000 Tonnen an Kraftfutter für die Nutztiere importiert. Rund 280'000 Tonnen davon sind Soja, welches vor allem aus Brasilien eingeführt wird. Dort wird für den hiesigen Bedarf an Soja eine Fläche bewirtschaftet, die in etwa derjenigen der Schweiz entspricht. Salopp gesagt, brauchen wir also für unseren derzeitigen Fleischkonsum eine zweite Schweiz. Der intensive Sojaanbau in Brasilien verursacht vor Ort gravierende soziale und ökologische Probleme. Menschen werden von ihrem Land vertrieben und Pestizide sowie Düngemittel belasten die Böden und die Gewässer.
Mit dem RTRS-Label (Round Table on Responsible Soy) streben Schweizer Grossverteiler, der WWF und der Handel eine nachhaltigere Sojaproduktion an. Allerdings gehen die Anforderungen des Labels kaum über die derzeitige übliche Praxis und die gesetzliche Grundlage in Brasilien hinaus. Ein alternativer Ansatz für die Verbesserung der ökologischen und sozialen Situation ist die Reduzierung des Fleischkonsums. Würde die Schweiz auf jeglichen Import von Futtermitteln und Fleisch verzichten, wäre sie in der Lage, noch rund die Hälfte des heute konsumierten Fleisches bereitzustellen, also ungefähr 28 Kilogramm pro Person und Jahr. Dieser Fleischverzehr wäre im Einklang mit diversen Nachhaltigkeitsempfehlungen und würde dem Trend entgegenwirken, Futtermittel anstatt Lebensmittel anzubauen.
